Mittwoch, 16. Dezember 2009
Musikalische Skizzen aus den 90er Jahren - Opium Eater
Das Jahrzehnt geht zu Ende, und da den Modeschöpfern nichts neues einfällt, werden demnächst die 90er wiederbelebt werden.
In den 90er Jahren war die Decke meines Zimmers mit einem gigantischen nachtblauen Satinstoff ausgehangen, die Wände waren zitronengelb gestrichen und miroeske Wandmalereien verliehen dem Zimmer das fehlende bisschen Irrsinn.
An einem Windows95 PC mit gefühlten 166Mhz und einer Festplatte von einem Gigabyte schraubte ich stunden- ja tagelang an Samples, Audiospuren und anderen Klängen herum, legte sie übereinander und verfremdete sie, bis ich im Marihuananebel die Orientierung verlor.
Ich erinnere mich noch daran, dass ich mit einem kleinen Diktiergerät durch die Gegend rannte und zum Beispiel das Quietschen der Türen an der U-Bahnstation Clarenberg aufnahm. Ich denke heute noch, dass dieses Quietschen mit einem bisschen Hall nicht von Walgesängen zu unterscheiden ist. Vielleicht könnte man so eine Kommunikation zwischen den Dortmunder Stadtwerken und Buckelwalen aufbauen, aber egal...
Im Wesentlichen komme ich gerade darauf, weil ich letzte Nacht in einer ganz ganz üblen und verstaubten Gegend meiner externen Festplatte, in irgendwelchen ominösen Sub-Unterverzeichnissen, die nur noch abstruse Namen trugen wie "Zeugs", "Ideen" oder "Sachen" (Sachen? Ich muss den Verstand verloren haben, aber hey! Das waren die 90er!) auf sehr alte musikalische Skizzen stieß. Unfertiges, das mich mit einem verträumten Lächeln zurückließ.
Diese Audioschnipsel haben praktisch alles, was zu den 90er Jahren gehört: Samples, Breakbeats, Gitarren und Didjeridoos.
Ich schmeiße zur allgemeinen Unterhaltung ein paar davon ins Rennen. Das folgende Kleinod namens "Opium Eater" ist mit einem Midiklavier, einem viel zu lauten Drumsample und ein paar simulierten analogen Synthesizern instrumentiert, Gitarre muss ich wohl nicht extra erwähnen.
Vielleicht spiel ich da mal Querflöte drüber?
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