Diese Woche hat mich irgendwie geplättet. Ich bin erkältet und lahme.
Nach dem wirklich wunderbaren Wandertag letzten Samstag mit einem alten Freund fing der Fuß an zu schmerzen (etwa einen Tag später) - keine Ahnung wieso. Ich musste jedenfalls ständig an verschiedenste Filmszenen denken, in denen Pferde von ihren Besitzern erschossen werden, weil sie lahmen. Ich habe mich in diesen Tagen oft gefragt, ob das eigentlich so eine Szene ist, die Autoren schon seit Jahrzehnten voneinander abschreiben oder ob das wirklich die adequate Vorgehensweise ist, bzw. war? Ich meine, muss man das Tier direkt abknallen, nur weil es sich den Fuß geprellt hat? Das geht einem so durch den Kopf, wenn man selbst hinkt.
Inzwischen haben wir übrigens 11 Anmeldungen für das Künstlertreffen, auf das ich mich wie Hulle freue.
Bleibt noch anzumerken, dass auch wenn ich durch Erkältung und Fußzerrung mit angezogener Handbremse unterwegs bin, sich immer auch etwas in Richtung Auftritte tut: Zum Einen hat der erste Veranstalter sich so für "Migrantenpop" begeistern können, dass man uns engagiert hat. Die eigentliche Premiere ist für September angesetzt, aber es ist natürlich schön, wenn das Konzept so überzeugt, dass man schon Auftritte für danach vereinbaren kann.
Zum Andern hatte ich gestern einen sehr schönen Auftritt mit Hannes und Bubbles anlässlich der Releaseparty von Daddy Weylands neuer EP, auf der ich Steel Guitar beigesteuert habe.
Besonders verzaubert hat mich am gestrigen Abend neben dem schönen Auftrittsort in Iserlohn vor allem Dogsrunfree aus Bremen, die am Abend vor uns gespielt haben.
Die beiden sind nicht einfach nur zwei unglaublich sympathische Typen - das Konzert hat mich völlig umgehauen. Zwei Gitarren, tief melancholisch, dabei zu jeder Zeit einwandfreier Groove und immer wieder spannende musikalische Ideen. Das kann heißen; ein Metall-o-phon(?), eine kleine Kastenorgel oder schlicht schöne Harmonien, die so lange geprügelt werden, dass man irgendwann aufhört, sich zu fragen, wie es weiter geht und sich einfach im Lauschen verliert.
Hiermit ergeht eine dringende Hingeh-Empfehlung! Guckt euch die beiden an!
Natürlich geht mir dabei auch durch den Kopf, dass ich selbst nicht so viele tolle Künstler und Musiker kennen lernte, wenn ich nicht ständig selbst auf der Bühne stünde und allein deswegen viel unterwegs bin. Soll heißen, ich säße mit dem Hintern wahrscheinlich viel zu oft auf der Couch daheim, geschlaucht vom Alltag und die Fernbedienung in der Hand. Ich möchte euch sagen: Ich kenne dieses Gefühl.
Aber wir alle kennen doch auch dieses Gefühl, wenn man sich aufgerafft hat, unterwegs war und auf einem kleinen Konzert Musik gehört hat, die einen nicht mehr los lässt, Geschichten gehört hat, die noch nach Wochen in einem nachklingen - und das alles meist von Künstlern, die man zuvor nicht kannte, die wenig oder gar nicht in den Medien auftauchen und die hauptsächlich durch Mund-zu-Mund-Propaganda Verbreitung finden.
Geht mal wieder da raus. Es lohnt sich.
Samstag, 17. April 2010
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