Montag, 29. März 2010

Auszug aus den "Borkumer Biografien untergewichtiger Männer: Ludwig Meisenburg"

"Ein Mann wie eine Wunderkerze - filigran, rauh und glitzernd", so heißt es schon bei Albert Einsteins leider verschollenen "Briefen an die Nachwelt".
Meisenburg war eines jener Universalgenies wie es sie seit Leibniz immer weniger und heute überhaupt nicht mehr gibt. Er hatte von 1250 bis 1380 den Lehrstuhl für Mediavistik in Unna inne, den er jedoch später auf Grund eines Zerwürfnisses mit dem Lordkanzler gegen eine Professur für Provinzographie in Peine eintauschte.

Hier erarbeitete er auch sein einflußreichstes Werk, jene "Peiner Postulate", die ihn zunächst fast auf den Scheiterhaufen brachten, im späteren Verlauf aber ein kirchliches Hochamt der "Brüder unserer heiligen Frau Jürgen zu Itzehoe", das er zwar zunächst aus Gewissensgründen ablehnte, später aber doch annahm, und zwar "der erquicklichen Kutte wegen".

Kern der "Peiner Postulate", mithin unvergessen und in ihren Auswirkungen auf die moderne Physik nur sehr schwer zu unterschätzen ist die Meisenburg'sche Unschärferelation, derzufolge in einer Wohnung mit einem Kleinkind immer nur entweder Wohnzimmer oder Küche aufgeräumt sein können, niemals jedoch beide zugleich.

Meisenburg blieb auch nach seiner Emeritierung bis ins hohe Alter aktiv und widmete sein Leben dem Kampf gegen die Karettschildkröte. Aus seinen letzten Aufzeichnungen ist noch der Vers erhalten:


So kämpft' ich gegen diese Kröte
Wenn sich mir nur ihr Anblick böte

Man kann sich nur den Worten seines wandernden Biografs Gisbert von Hohenneuköln anschließen: "…er war ein dünner Mann!"

Samstag, 27. März 2010

Rückblick, Was jetzt schon?

Entgeistert stelle ich fest, dass schon wieder eine Woche hin ist.

Ich hätte heute mittag genug Zeit für einen Rückblick gehabt, aber dann hätte ich das Konzert am heutigen Abend nicht mitnehmen können -  das wäre nicht angemessen gewesen. Vielleicht mache ich den Rückblick auch künftig besser am Wochenende, aber ich sitze ja schon so viel am Rechner.

Wie auch immer.

Fangen wir mit dem Konzert an: Ich spiele in der Band von Johannes Weyland, oder auch Hannes - aus reiner Begeisterung für seine Musik. Heute hat der harte Kern dieser Band bestehend natürlich aus Hannes selbst und dem Drummer Bubbles, welcher die Cajon zerkloppt und meiner Wenigkeit ein Konzert im Kreuzviertel gegeben, wo den Besuchern dreistimmiger Gesang und countrylastiger Folk-Pop vom gediegensten feil geboten wurde.
Es hat nach wie vor etwas unglaublich Befreiendes, ohne irgendwelche technischen Geräte aufzutreten. Wir packen unsere Instrumente aus und legen los. Deswegen trete ich auch so gerne in Bibliotheken auf: Ich komme, packe aus und lege los!

Natürlich stehe ich aber auch auf Technik, das scheint ein Männerding zu sein. Heute vormittag traf mein neuer Vorverstärker für Gesang und Gitarre und was weiß ich noch ein, der der erste Baustein einer neuen musikalischen Vision ist, die viele Instrumente, einige Neuanschaffungen und ein gerüttelt Maß an Kopftraining erfordern wird.
Ich erwähne das hier nur, damit ich in einem zukünftigen Eintrag hier hin zurück verweisen kann und behaupten kann, ich hätte es euch ja gleich gesagt…

Wie fing die Woche eigentlich an?
Mit drei Auftragstagen, was dem Portemonnaie gut tat. In diesem Fall tat es auch dem Murat als solchen gut, denn ich sprang bei meinem ehemaligen Arbeitgeber noch einmal kurz für eine Akquiseunterstützung ein, und es war schön, mal wieder auf die alten Kollegen zu treffen und überhaupt die alte Büroluft zu schnuppern.
Ebenfalls schön daran war allerdings, auch wieder zu meinem jetzigen Beruf zurück zu kehren. Es war, als hätte ich noch einmal direkt vergleichen dürfen, wie sich beides anfühlt. Und wenn man weiß, wie gut ein Verhältnis zu einem ehemaligen Arbeitgeber sein muss, damit dieser mit einer solchen Anfrage kommen kann (und man auch Lust hat, zuzusagen), dann heißt es eine Menge, wenn ich trotzdem mein jetziges Leben als die beste Berufssituation einstufe, die ich je hatte.

Am Donnerstag musste ich ein Faxtelefon erstehen, denn ich bekam am Mittwoch in Abwesenheit eine sehr interessante Anfrage, die die Liebste aber nicht genau entgegen nehmen konnte, da der Sohnemann auf mehreren Ebenen simultan Schwerstarbeit einforderte - Wickeln, betütteln, ernähren und Ansprechpartner versorgen ist denn doch ein wenig zu viel. Damit in Zukunft keine Betreuungslücke entsteht, kann man mich nun unter einer rein geschäftlichen Nummer erreichen, die ich in Kürze auf meiner Kontaktseite veröffentlichen werde…

Termin und höchstwahrscheinlich auch Ort für das erste Treffen von Dortmunder freien Künstlern, welches ich mit Boris Gott zusammen ins Leben rufe, stehen so gut wie fest und werden kommende Woche (wahrscheinlich sogar noch am Wochenende) unter anderem im Blog veröffentlicht. Wir haben schon Zusagen aus den verschiedensten kreativen Branchen und ich freu mich wie Hulle auf die neuen Gesichter!
Die beste Agentin von allen hatte eine gute Idee für einen Treffpunkt/Veranstaltungsort, den ich allerdings noch einmal checken muss. Von daher: Obacht!

Schließlich und endlich stehen die Finalisten des Deutschen Twitter Kurzgeschichtenpreises fest! Ich freue mich darauf, in Kürze die drei Gewinnertexte bekannt zu geben. Auf diese wartet neben dem Preisgeld noch eine kleine Überraschung, mit der ich aber noch hinter dem Berg halte, weil es nichts schöneres gibt, als Sachen anzudeuten…

Abschließen aber muss ich mit der Tritonprobe vom Donnerstag. Katja hat mal wieder mit einer derart treffsicheren Reinheit kleine Bilder und Szenen erschaffen und diese mit einer zerbrechlichen Stimme zum Leben erweckt, dass ich Gefahr lief, vor Begeisterung den Anschluss im Song zu verpassen.

Deswegen gibt es nun hier ohne Bearbeitung frisch aus dem Probenraum einen Einblick in das Werden unserer Musik. Unfertig, aber komplett mit Dummzeugslabern, was alle Musiker in allen Probenräumen ein ewig gleich starkes Bedürfnis ist. Ich habe den Verdacht, es hängt mit der unglaublichen Konzentration während des Musizierens zusammen und ist Kompensation. Oder wir haben einfach nur ein am Appel. Man weiß es nicht.
Dreht die Laustärke ein wenig auf...

Bis bald

Freitag, 19. März 2010

Der Wochenrückblick ist das neue Schwatz

Ich gebe mich einer neuen Marotte hin: allwöchentlich zum Freitag werde ich einen kleinen öffentlichen Wochenrückblick wagen.

Die Woche begann mit Krankheitsausfall in der Familie, weswegen direkt Babysitter ins Haus geordert werden mussten, so dass ich zum Arbeiten kam. Ich muss hier vielleicht erklärend hinzufügen, dass meine Woche sehr genau durchgeplant ist, so dass ich auf Anfrage Auskunft darüber geben kann, was ich mir am Donnerstag um, sagen wir 13:30 vorgenommen habe.
Nun, der Plan ist eine Sache, die Realität eine andere.
Um den Plan jedenfalls einigermaßen aufrecht zu erhalten, mussten eine erkleckliche Anzahl Babysitter der Großelterngeneration sich die Klinke in die Hand geben.

Am Montag traf ich mich mit dem Dortmunder Sänger Boris Gott und wir haben uns mit qualmenden Köpfen, hochkonzentriert und unter dem Einfluss nicht geringer Mengen Koffeins über das Dasein als freier Künstler ausgetauscht.
Dieses Treffen war so ergiebig und anregend, dass wir direkt beschlossen, einen regelmäßigen "Stammtisch" für freie Künstler in Dortmund ins Leben zu rufen.
Stammtisch in Anführungszeichen, da ich noch nicht sicher bin, ob wir wirklich, wie es klassischer weise der Fall wäre, in eine Kneipe oder ein Café o.ä. hierfür gehen. Die Atmosphäre ist nicht so fokussiert. Außerdem erwies es sich als recht praktisch, dass man den Rechner anwerfen konnte, gegenseitig die jeweiligen Press Kits einsehen oder Zahlen prüfen konnte. Eine Räumlichkeit sollte also Charme haben, nicht zu laut sein und mindestens einen Hotspot haben. Wer Vorschläge hat, her damit. Terminvorschläge sowie generell organisatorisches natürlich in Kürze hier im Weblog.

Am Dienstag hatte ich einen Gig in Bergkamen. Dieser stach gleich wegen mehrerer Besonderheiten heraus. Da ist zum einen die sehr freundliche Atmosphäre, die Jutta Koch (stv. Ltg) erzeugt, wie ich von inzwischen mehreren Auftritten in der dortigen Bibliothek weiß. Das ist nicht selbstverständlich und macht dem Künstler Freude.
Das andere war die Tatsache, dass die Bergkamener anfangs wohl nicht recht wussten, ob die Sache nun eine bierernste Lesungs-Veranstaltung werden sollte (was natürlich nicht der Fall war), weswegen sie zunächst ein wenig verwirrt waren, wenn ich Dinge zum Besten gab, die nicht dazu gedacht waren, allzu ernst genommen zu werden. Das legte sich allerdings schnell, so dass das Publikum und ich einen schönen Abend verlebten.

Mittwoch war rückblickend ein Übergangstag, so wie es zwischen den Jahreszeiten Übergangswochen gibt, unbestimmbares Wetter, für das man unbestimmbare Kleidung bräuchte, die indes noch nicht erfunden ist, so dass man zu solchen Zeiten gleichzeitig schwitzt und friert - eindeutig eine weltweit einzigartige Eigenheit des deutschen Klimas.
Wo war ich?

Donnerstag sah lange Gespräche mit Freunden und Bekannten, darunter eines mit einem Freund, den es bald in den Süden Deutschlands verschlagen wird. Zu seinem baldigen Abschied aus dem Ruhrgebiet werden wir ein zünftiges Abschiedsspiel auf dem Bolzplatz organisieren, komplett mit Grillen, eingeflogenen Spielern, Anhang und Laufkundschaft auf Picknickdecken und einer ausreichenden Menge Bier. Wobei ich nicht weiß, was das überhaupt heißen soll, "ausreichend". Dies ist eine ähnlich esoterische Mengenangabe wie jenes rätselhafte "Bierchen", das man zusammen trinken wird. Bei dem "Bierchen" bleibt es ja nie, denn nie trinkt man derer nur eines. Aber das nur am Rande.

Die Triton-Probe am Donnerstag verlief unter dem klanglichen Eindruck zweier neuer Goldstücke von Gitarren, die sich Maik kürzlich zugelegt hatte und die, so ließ sich Katja vernehmen, klangen, "als ob Gold- und Silberfäden ineinander verwoben würden" - dem ist nichts mehr hinzuzufügen (außer vielleicht an gegebener Stelle eine Probenaufnahme).

Dienstag, 16. März 2010

Update zum Twitter-Kurzgeschichtenpreis

Liebe Wettbewerbsteilnehmer,

liebend gerne möchten wir euch die Finalisten präsentieren, warten aber immer noch auf Rückmeldung von einigen Teilnehmern.
Diese haben noch bis zum Montag, den 22.03.2010 um 09:00 Uhr Zeit sich zu melden, und zwar per DM über Twitter, damit wir das ohne Zweifel zuordnen können.

Gemeint sind noch:
@5teffka @punktuell @TAAR111 @Blitzgeschichte


Wer es bis dahin versäumt, uns mehr als ein Pseudonym zukommen zu lassen, dessen Beiträge werden vom weiteren Verlauf ausgeschlossen, bzw. die Teilnehmer werden disqualifiziert.

Am Montag um 09:01 Uhr gebe ich unsere Finalisten an die DEW21 weiter, die diese auf deren Internetseite stellen. Wenn es bis dahin weniger als 20 verifizierte sind, dann ist das eben so. Ich fände das schade, aber alles andere wäre sowohl inkonsequent als auch regelwidrig.

Freitag, 12. März 2010

Update zum Twitter-Kurzgeschichtenpreis

An alle Teilnehmer!

Wir benötigen von ein paar von euch persönliche Daten, können euch aber nicht direkt kontaktieren, weil ihr @MuratKayi noch nicht folgt.


Das muss sich ändern! Also flugs auf die entsprechende Twitter-Seite und folgt mir!