Lasst uns spielen! Das Spiel geht ganz einfach. Ich habe mir Storycubes gekauft, welche allerlei Symbole fürs freie Assoziieren und gebundene Brillieren enthalten.
An manchen Freitagen würfle ich und stelle ein solches Bild online.
Dann fangt ihr an.
Es gibt nur folgende Regeln:
- Erzähle eine Geschichte!
- Verwende die Bilder der Würfel!
Abgesehen davon sind wir frei. Wir können dichten oder Prosa schreiben, lang oder kurz, laut oder leise. Ihr dürft es meinetwegen auch mit Bildern versuchen, denn "Geschichtenerzähler" ist ein dehnbarer Begriff. Ein Comic, beispielsweise, käme einer Heldentat gleich! Wenn ihr mögt, könnt ihr die Nummerierung benutzen, um in eueren Geschichten zu zeigen, welchen Würfel ihr gerade verwertet (die Nummer in Klammern einfügen).
Meist merkt man das zwar auch ohne Hinweis, doch wer zu solchen Heldentaten wir Tobi Katze fähig ist, fügt die Nummer am besten doch mit ein.
Zitat Tobi:

"Er zog sich an!"
Als Geschichtenanfang schlage ich, neben dem Klassiker "es war einmal..." vor:
- "Eines Tages, auf dem Amt für Gerechtigkeiten..." (ein Anfang, den wir Katja Freese verdanken!)
- "Was Klaus nicht wusste, war..."
- "Am letzten Tag meines Lebens..."
Postet eure Beiträge als Kommentare hier im Weblog, denn hier findet das Spiel statt! Wir freuen uns auf euere Geschichten.
P.S.: Wegen Spamschutz muss ich alle Kommentare noch einmal sehen und aktivieren. Lasst euch also nicht ins Bockshorn jagen, das Posting klappt schon!

4 Kommentare:
Nee, nee, nähhh.
Passend zum Jahresbeginn habe ich tatsächlich immer angenommen doch ein Stück weiser geworden zu sein. Pustekuchen ! Von wegen. Am Arsch. Denn letzte Woche ging mir mal wieder ein Licht auf (1) das ich anscheinend doch einfach nichts dazulerne. „Echte Liebe“ heutzutage ist doch etwas unmögliches. Das macht keine Freude, Freunde. Ist wohl aus der Mode gekommen (2) hab ich das Gefühl. Auf jeden Fall kann man sich ausrechnen (3) das Menschen, die sich voneinander angezogen fühlen (4 „Danke Tobi“) in der guten alten Zeit (5) garantiert mehr Durchhaltevermögen an den Tag gelegt haben als heute. Keine Ausdauer mehr die Jugend. Das Leben stinkt. (6) Und deshalb sage ich an dieser Stelle STOP (7), so kann das nicht weitergehen. Darum werde ich morgen früh zum Internationalen Gerichtshof in Den Haag (8) gehen und den Verlust meines Glücks einklagen. Gehört schließlich zu meinen Menschenrechten. Denn so kann das alles ja echt nicht weitergehen. Ich fordere allumfassende (9) Wiedergutmachung an meiner Person. Oder zumindest lebenslange Gratis Schokoladen Versehrtenrente. Wegen der Glückshormone und so.
Also dann...
Storyspiel 21. Januar 2011
Dank (besser spät als nie).
Ich hab’s ja schon immer gesagt [2]:
Die Welt [9] ist schlecht.
Dieses Licht [1] ist mir schon früh aufgegangen –
ich glaube, ich war fünf [7].
Wer rechnet [3] denn mit fünf [7] schon damit, dass die olle,
immer so komisch riechende [6] alte Kassiererin
an der Kasse vom Union-Kino [4] plötzlich sagt:
„Stop, mein Freund! [7] Du nicht!“?
Ausgerechnet [3] an diesem Sonntag!
Ausgerechnet [3] dann, wenn ein neuer Prinz Eisenherz-Film läuft!
Bloß, weil ihr heute mal wieder einfällt [1],
dass ich noch keine sechs [3] bin.
Dabei bin ich sicher [1], dass ihr das heute nur deswegen einfällt,
weil sie schon fast alle zweihundert [3] Karten verkauft hat
und hinter mir noch ein paar Sechs-, Sieben-
oder gar Achtjährige Schlange stehen.
Oh, Mann...! [2]
Also ist sie [6] schuld:
Ich wachse auf mit einem Plan,
der mich nie wieder loslassen wird,
den Rest meines Lebens nicht.
Nein, nicht Rache (obwohl ich mir damals natürlich
die halbe Sonntagnacht beschämend genüsslich
ausgemalt habe, wie ich sie lebendig einmauere [5].
Nein, Rache ist nicht mein Ding,
denn das habe ich ja auch schon
früh begriffen [1]:
„Auge um Auge“ führt nur dazu,
dass am Ende alle blind [6] sind.
Nein.
Mein Plan ist, nach wie vor,
für ein bisschen mehr Gerechtigkeit [8]
in der Welt [9] zu sorgen.
Hm, fällt mir fast sechzig Jahre später auf –
wie Prinz Eisenherz, eigentlich.
Danke, Fräulein Cilly [6]!
Und tschüs [7].
Der Tag an dem die Erde kippte
An einem Tag, wahrscheinlich einem wie diesem, an dem es Wetter gab und Uhrzeit auch, Die Sonne auf und wieder unter ging, da geschah doch etwas, was den Tag von anderen sehr unterschied. Und wäre dieser Tag nicht von so bescheidener Natur gewesen, hätte er sich sicherlich etwas darauf eingebildet.
Da keiner so recht verstand, was an diesem Tag geschehen war und warum, nützt es wenig auf die Ursachen des Vorfalls einzugehen. Wenn etwas ganz plötzlich geschieht, merkt man dies ja erst, wenn es schon längst geschehen ist und was nutzt’s dann noch sich zu fragen, wieso es passiert ist.
Was also geschehen war, bevor jemand auch nur geahnt hatte, dass es im Begriff war zu geschehen, war dies:
Die Erdkugel (9) tat einen Ruck, ganz so als hätte sie einen argen Schluckauf, geriet aus dem Gleichgewicht (8) und kippte einfach um vor lauter Schreck.
Plötzlich lag ganz Afrika und Amerika und alles, alles, was da auf der Erde ist einfach auf der Seite. Überall auf der Welt schwappte das Wasser über und brachte alles ganz schön in Unordnung, bevor es sich an seine neue Lage gewöhnt hatte. Der ein oder andere Fisch (6), fand den Ausflug an Land zwar sehr spaßig und freute sich über die Abwechslung, aber alles in allem fand man die Vorkommnisse doch eher ärgerlich. Alle Mathematiker (3) und Wissenschaftler wurden eilig zusammen getrommelt und um Erklärung gebeten. Aber wie wir ja schon festgestellt haben war das nun völlig Überflüssig.
Viel wichtiger war es eine Idee (1) zu entwickeln, wie man die Erde wohl wieder auf die richtige Seite drehen könnte. So mancher kluger Kopf rauchte und viele streckten die Hände(7) in die Luft um Gehör zu finden für ihre Idee, aber so recht was brauchbares fiel keinem ein. Das machte alle sehr traurig (2) und verzweifelt. Vor allem Die Großstädter, denn ihre Städte mit den Umgekippten Wolkenkratzern hatte es am schlimmsten getroffen. In Ägypten war man da entspannter. Pyramiden (5) bleiben Pyramiden, ganz gleich auf welche Seite man sie dreht.
Als es doch sehr danach aussah, dass die Erdkugel sich wohl nicht von allein wieder in die richtige Position bequemen würde, wurde alles sehr nervös und um die Massen zu beruhigen wagte man den ersten Versuch einer Lösung für das Problem: Man verfrachtete alles was aus eisen War auf die eine Seite der Erde und band alles ordentlich fest und alle Magneten (4) verfrachtete man auf die andere Seite, in der Hoffnung, die Erde würde sich entsprechend drehen.
Sie dachte aber gar nicht daran.
In der Tat war ihr ihre Lage in letzter Zeit immer unbequemer geworden und so war sie eigentlich recht glücklich darüber sich mal ein bisschen mehr bewegt zu haben als sonst.
Und so konnten die Menschen tun und probieren was und soviel sie wollten, die Welt drehte sich nun in einem anderen Winkel.
Und wie man heute weiß, haben wir uns mit der zeit auch daran gewöhnt.
Leiser Abgang
Ein vertrauter Geschmack breitete sich in meinem Mund aus. Bitter schmeckte es, wie immer. Ich zog Ärger magisch an (4), deshalb war mir schon oft die Fresse poliert worden.
Aber das wie war neu. Der Baseballschläger fiel polternd neben mir zu Boden.
So also fühlte sich ein Homerun an.
Für mich war Gennaro nur ein weiteres Stück Scheiße was hinter Gitter musste.
Die Rechnung ging nicht auf (3). Daher machte mein Gesicht nun Bekanntschaft mit einem steinigen Untergrund, den zahllose Penner mit ihrer Pisse gebrandmarkt hatten.
Verdammt, warum hatte ich nicht auf meinen Partner gehört und die Finger von ihm gelassen? (7)
„Da pinkelst Du dem falschen ans Bein, Miller.“, hallten Hank’s Worte in meinen Ohren.
Die Kopfschmerzen machten diesen Satz zu einer dröhnenden Endlosschleife.
Er hatte recht, Gennaro war kein kleiner Fisch mehr (6). Nachdem er ein paar Konkurrenten kalt gemacht hatte, war er in der Hierarchie (5) aufgestiegen und stand mittlerweile unter dem Schutz eines Paten.
Benommen lehnte ich mit dem Rücken an der feuchten Wand während sich ein blutiger Spuckefaden langsam von meinem Mundwinkel herabseilte.
Der Versuch Gennaro aus dem Verkehr zu ziehen war gescheitert.
Genau wie meine Ehe.
Und alles andere in meinem Leben.
Schließlich spürte ich den kalten Lauf seines Revolvers an meiner Schläfe.
Gleich würde er mir die Lichter ausknipsen. (1)
Der Schmerz ließ nach. Ich fühlte mich plötzlich leicht, fast schwerelos.
Die Qualen waren vorbei.
Alle Ängste, alle Dämonen lösten sich in Luft auf.
Wut (2) verwandelte sich in Gleichgültigkeit. (8)
Es war das Adrenalin, welches durch meinen Körper schoss.
Er spannte den Hahn. Es war mir egal.
Kein Spalier, keine Salutschüsse, keine Scheißflagge auf dem Sarg. Hatte ich auch nicht erwartet. Jeder bekommt schließlich was er verdient. (8)
Ein dunkler, feuchter Keller in einem leer stehenden Haus am Ende der 15ten Straße schien angemessen.
Ein letztes Mal blickte ich Gennaro in seine schmalen Katzenaugen. Er blinzelte.
Und dann wich meine Gleichgültigkeit einer tiefen Genugtuung.
Die Welt würde auch ohne mich untergehen. (9)
Ich schloss die Augen mit einem Lächeln auf den Lippen.
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