Samstag, 5. Februar 2011
Eiland
Ich bin hier gestrandet. Gestrandet an irgendeiner Isolation. Und ich stehe mit Bart und verwitterter Kleidung am Meer und kneife die Augen zusammen. Ich starre auf den Horizont, ich habe kein Holz, kein Feuer, keine Leuchtraketen, gar nichts um auf mich aufmerksam zu machen. Niemand befährt diese Route, niemand wird mich bemerken - ich und meine Insel, wir treiben langsam ab, und ich mag es. Ich schaue auf den Horizont, hoffend, dass kein Schiff auftaucht, kein Rettungstrupp. Ich habe etwas gefunden, weit draußen in meinem Meer, längst Vergessenes, Verschollenes, auf einem Eiland ohne Worte. Das Salz der Zeit gerbt meinen Körper und ich lasse nach. Langsam, ganz langsam kann ich mich hinsetzen, die Zehen im Sand, und fange an es zu glauben. Ich beginne es zu glauben, und merke, wie aus der Hoffnung Gewissheit wird - es gibt keine Rettung für mich und meine Insel. Wir sind unterwegs.
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